Hintergrund

Die wissenschaftliche Vogelberingung ist eine Standardmethode in der Vogelforschung, mit der man Informationen über z.B. Verhalten und Aufenthaltsorte von Vögeln gewinnen kann. Während die schon seit langem praktizierte Vorgehensweise mit kleinen Metallringen den Nachteil hat, dass man die Ringe nur ablesen kann, wenn man den Vogel in der Hand hält, z.B. nach seinem Tod oder durch Fang (also selten), kann man mit größeren farbigen und codierten Plastikringen Ablesungen aus der Distanz vornehmen und so im Idealfall über viele Jahre Informationen sammeln oder sogar die ganze Lebensgeschichte eines Individuums nachzeichnen. Da Lachseeschwalben eine hohe Lebenserwartung haben, die ältesten wahrscheinlich 30 oder mehr Jahre, kann bei dieser Art das Leben beringter Individuen über lange Zeit beobachtet werden, woraus wichtige Erkenntnisse für den Artenschutz gezogen werden können.

Die individuelle Markierung dient in unserem Projekt u.a. folgenden Zielen:

Erfolgskontrolle und Ermittlung des Bruterfolges. Die Anzahl der flüggen Küken, das wichtigste „Produkt“ in diesem Artenschutzprojekt, kann so mit bestmöglicher Genauigkeit bestimmt werden. Bei einer Art, die so stark gefährdet ist, wie die Lachseeschwalbe, kommt es auf jedes Küken an. Daher ist eine möglichst genaue Erfolgskontrolle unabdingbar, um die Bestandsentwicklung zu verstehen und damit auch die Wirksamkeit des Projektes einschätzen zu können.

Bestimmung von Überlebens- und Rekrutierungsraten. Wir möchten wissen: Wie viele Individuen überleben, bis sie selbst wieder brüten? Wie viele kehren überhaupt aus den Winterquartieren zurück? Mit den sich daraus ergebenden Parametern lassen sich Berechnungen zur Populationsdynamik anstellen, z.B. auch zur Wahrscheinlichkeit des Aussterbens einer Population.

Klärung der Frage: Gibt es Austauschbeziehungen zu anderen Kolonien? Für kleine, seit längerem isolierte Populationen besteht stets die Gefahr genetischer Verarmung. Wie groß dieses Risiko für unsere Population ist, hoffen wir, u.a. durch individuelle Markierung der Individuen ermitteln zu können.

Erkenntnisse über Zugwege und Rastgebiete. Auch wenn wir in unserem lokalen Artenschutzprojekt keinen Einfluss auf Ereignisse in fernen Ländern ausüben können, runden Kenntnisse über die Bedeutung spezieller Rastgebiete oder Zugrouten das Wissen über die Lebensumstände unserer Lachseeschwalben ab.


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