Vogelgrippe

27.06.2022

An vielen vogelreichen Stellen in Europa, besonders Westeuropa, hat die Vogelgrippe mit schweren Folgen gewütet. Bisher war diese Viruserkrankung vor allem aus den Wintermonaten bekannt, nun auch zur Brutzeit. Zahlreiche Meldungen gingen dazu durch die Medien, die oftmals Bilder mit Haufen toter Vögel zeigten. In den Niederlanden wurden ganze Brandseeschwalbenkolonien mit Zehntausenden von Brutpaaren praktisch ausgelöscht, in Schottland waren Skuas stark betroffen, im Bereich der Nordsee wurden viele Basstölpel angeschwemmt, und es ist noch nicht zu Ende. Niemand kann absehen, wie lange es weitergehen wird. Dabei scheinen bestimmte Arten und bestimmte Orte stärker betroffen zu sein, als andere. Brandseeschwalben z.B. sind offenbar empfindlich, jedoch war das Ausmaß der Sterblichkeit nicht überall gleich.

In der Kolonie Neufelderkoog wurden einige frischtote Küken und Altvögel verschiedener Arten zur Untersuchung an das Landeslabor gesendet. Dabei stellte sich heraus, dass keines der Lachseeschwalbenküken mit Vogelgrippe infiziert war, unter den Flussseeschwalben etwa die Hälfte sowie eine Brandseeschwalbe. Die Menge an toten Altvögeln war unter den Flussseeschwalben und Lachmöwen leicht erhöht, bei den Lachseeschwalben gab es in diesem Jahr keine toten Altvögel. Die Krankheit war also im Gebiet angekommen, führte aber nicht zu Massensterben wie andernorts. Das wirft Fragen auf: Hatten wir Glück oder sind die Vögel hier resilienter? Welche Co-Faktoren bestimmen das Krankheitsgeschehen? Was bedeutet dies alles für die Zukunft der Arten? Es gibt reichlich Forschungsbedarf.

Disteln in der Brutkolonie

21.06.2022

In den letzten Jahren hat sich im Koloniebereich die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) stark ausgebreitet und bildet nun an vielen Stellen dominante Bestände, die den Boden an vielen Stellen überdecken und über 1 m hoch aufwachsen. Dies bringt vor allem zwei Probleme für die Brutvögel mit sich.

Zum einen werden die Nester überwachsen und sind dann nicht mehr zugänglich. Die Küken können sich nicht mehr im Gelände bewegen sondern werden am Boden eingeschlossen. Im Bereich der kleinen, überschaubaren Lachseeschwalbenkolonie konnten die Betreuer mit Handschneidegeräten die Disteln in der Umgebung der Nester soweit zurückschneiden, dass die Versorgung der Küken sichergestellt blieb.

Das zweite Problem ist ein hohes Verletzungs- und Infektionsrisiko, das von den Distelstacheln ausgeht. Auf Grund der Allgegenwärtigkeit von Disteln kommen die Küken unvermeidlich in Kontakt mit Distelstacheln, die ihre weiche, schwammige Haut an den Beinen punktieren und dann zu Infekten des Gewebes führen können. Die sich ergebende Sepsis verläuft zumeist tödlich.

Ungleiche Geschwister

10.06.2022

Es ist immer wieder erstaunlich, wie groß die Farbenvielfalt bei Lachseeschwalben im Dunenkleid ist und wie unähnlich sich sogar Geschwister sehen können. Der häufigste Färbungstyp kleiner Küken ist sandfarben mit wenig Kontrast. Es gibt aber auch fast schwarze Küken und kontrastreich gezeichnete braune, sogar in einer Familie. Da bei Seeschwalben Fremdkopulationen sehr selten sind und auch das Legen von Eiern in ein fremdes Nest nicht oft vorkommt, können wir davon ausgehen, dass die Küken in einem Nest dieselben Eltern haben.

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